Technologie Niederspannung

Strombegrenzung

Dem Motor wird, beginnend mit der eingestellten Startspannung, eine linear steigende Spannung zugeführt. Bei Erreichen des eingestellten Anlaufstroms wird die Spannungsrampe gestoppt und die Klemmspannung am Motor bleibt so lange konstant bis die Motorstromaufnahme unter den eingestellten Anlaufstrom sinkt. Die Rampenzeit verlängert sich um die Zeit der Strombegrenzung.

Wird der Motor mit einer Anlaufstrombegrenzung gestartet, ist zu beachten, dass der Motor ein Beschleunigungsmoment gegen die Last entwickeln kann. Ist der Startstrom zu niedrig gewählt, besteht die Möglichkeit der thermischen Überlastung des Motors oder des Motorsanftanlassers

Sanftstart mit einem Oszilloskop aufgenommen
(Ch1, Spannung; Ch2-4 Strom L1 – L3)

Aus der Grafik wird ersichtlich, dass während des Motorstarts keine Stromspitzen auftreten. Der Motorstart erfolgt mit der eingestellten Startspannung. Diese hat einen Startstrom zur Folge. Die Spannungsrampe gibt die Stromerhöhung bis zur Strombegrenzung vor. Mit dem Erreichen der Strombegrenzung wird die Spannung nicht weiter erhöht. So wird der Strom auf einem festen Wert gehalten (Strombegrenzung).

Anhand der Messung ist erkennbar, dass das Netz während des Motorstarts nicht unnötig von Stromspitzen oder dem hohen Anlaufstrom belastet wird.

Pumpensteuerung

Die „IGEL®-Sanftanlasser“ besitzen eine Microprozessorsteuerung mit spezieller Software für Pumpensteuerungen, die die Spannung vor Erreichen des Kippmomentes automatisch steuert. Bei diesen Spannungsrampen werden die Motorelemente optimal gesteuert. Drei verschiedene Startkurven stehen zur Auswahl und ermöglichen drei unterschiedliche Kippmomente und Beschleunigungszeiten.

Pumpen- und spezielle Last-Steuerung

Zwei Hauptprobleme sind mit dem Starten und Stoppen von Pumpen verbunden.

Druckstöße während des Startens

Der steile Anstieg des Momentes am Ende der Hochlaufkurve kann einen sehr hohen Druckstoß verursachen und das Leitungssystem beschädigen.

Die Pumpensteuerung erlaubt die Auswahl aus drei vorprogrammierten Spannungsrampen bzw. Momentkurven, um die Momentspitzen zu reduzieren. Eine Stromrampe steht für spezielle Lasten zur Verfügung.

Wasserhämmer während des Stoppens

Während des Sanft-Stopps, wenn die Spannung abnimmt, kann das Motormoment unter das Lastmoment fallen und zu einem abrupten Stillstand statt eines sanften Auslaufens führen. Dies erzeugt das Phänomen „Wasserhammer“ (führt zu lautem Geräusch und Schäden in den Leitungssystemen).

Das Feature „Pumpensteuerung“ erlaubt die Auswahl aus drei Spannungsrampen bzw. Momentkurven, um das Abwürgen des Motors und somit die Wasserhämmer zu verhindern.

Digital

  • Beleuchtetes LCD mit 2 Reihen, je 16 Zeichen
  • Je nach Sanftanlasser können voreingestellte Sprachen verwendet oder hinzugefügt werden.
  • Das LCD zeigt den Motorstrom, Fehlerbeschreibungen und statistische Daten an.
  • Die LEDs dienen als schnelle Status-Anzeige (Steuerspannung Ein, Motor Sanftstart, Motor Ein, Motor Sanftstopp, Motor Stopp, Fehler).
  • Einfache Einstellung durch sechs klar gekennzeichnete Tasten, benutzerfreundliche Software mit vorgegebenen Werks-Parametern

Analog

Die analogen Geräte verfügen über Potentiometer zur Parametereingabe.

  • Gewohnte Arbeitsweise, wie bei Überlastrelais
  • Einfache Inbetriebnahme
  • Keine besonderen Vorkenntnisse erforderlich
  • Statusanzeige über LEDs
  • ISA-A mit interner Motorschutzfunktion

Kommunikation RS 485

Modbus Profibus

RS 485 mit MODBUS oder PROFIBUS Protokoll ermöglicht:

  • Steuerung (Start, Stopp, etc.)
  • Überwachung (Motorstrom, Fehler, statistische Daten)
  • Modbus oder Profibusumsetzer
  • Remote Reset

Bypass

Interne Bypasskontakte

  • Bei diesen Kontakten handelt es sich um mechanische Stützkontakte, die nach dem Start die Leistungselektronik überbrücken.
  • Zusätzlich verfügen die Geräte über ein Hilfsrelais, welches den erfolgreichen Motorstart signalisiert.
    Vorsicht! Viele Wettbewerber bezeichnen diese Hilfskontakte als Bypasskontakte!
  • Die mechanischen Bypasskontakte reduzieren die Wärmeentwicklung und eliminieren die EMV-Belastung des Netzes.

ISA-D Option

Analogkarte (Option)

  • Funktion 1: Thermistor-Eingang, PTC oder NTC
  • Funktion 2: Analog-Ausgang, bezogen auf den Motorstrom, programmierbar von 0–10 V/DC, 4–20 mA, 0–20 mA oder invertiert

Motor-Isolationstest (Option)

Dieses einzigartige Feature garantiert die Verfügbarkeit von wichtigen Anlagenkomponenten, wie z. B. Feuerlöschanlagen, redundanten Systemen sowie Tauchpumpen. Das System misst die Motorisolation, wenn der Motor nicht in Betrieb ist. Zwei programmierbare Stufen stehen zur Verfügung:

  • Alarm-Level, einstellbar 0,2–5 MOhm
  • Startverbot-Level, einstellbar 0,2–5 MOhm
    Schützt vor einem Start, wenn die Isolation im zerstörenden Bereich liegt.